Mit diesem Post beginnt die Schilderung meiner Reise nach und durch Schweden im August 2015
Ich bin mir nicht sicher aber ich weiß es ganz genau. Das Zitat eines großen deutschen Fußballstars, dessen Name mir gerade nicht einfällt, beschreibt meine Anfangsschwierigkeiten In irgendeiner Weise. Ich habe gerade den ersten Post fertiggestellt, jetzt muss ich nur mehr die 14 Tage davor schnell niederschreiben. Hehehe. Ich weiß was ich erzählen will, nur bin ich nicht sicher wie viel davon. Ich wollte ehrlich gesagt auch einfach gern das Zitat bringen.
Gut, also es begann im Jahre 2014 da ich zum Wwoofen nach Schweden auf den kleinen ääh.. Hof (ein Haus, eine Scheune, 1,5 Hektar Land) Lunnaberg fuhr. Dort gab es den Holländer Jouke welcher sich als äußerst lustiger Mensch herausstellte. Wir bauten Entenhäuser, Zäune und Steinmauern und hörten dabei Ylvis, The Lonely Island und Rammstein. Zwischendurch unterhielten wir uns hauptsächlich in Südstaatlerenglisch, nachdem wir uns Paula Deen fries Cheesecake angeschaut hatten.
Jouke hatte vorher in der Nähe von Kalmar gewwooft und sich dort ein noch winzigeres Haus als das in Lunnaberg angelacht. Dieses Haus kaufte er schließlich im Juli 2015 und ich witterte eine Chance wieder ein paar Wochen in Schweden zu verbringen. Gesagt, getan. Nachdem er meiner Anfrage auf Besuchsrecht zugestimmt hatte, buchte ich einen Fernbus von Wien nach Kopenhagen und suchte einen passenden Anschlusszug bis Kalmar.
Am Dienstag dem 11. August um 13:00 gings los. Eine U-Bahnstation vor Erdberg enthüllte ein supermuskulöser von oben bis unten tätowierter Typ seine Identität als Sparschweinkontrolleur (vielleicht waren es auch Fahrscheine). Ich hatte am Vormittag am Bahnhof ein Ticket gekauft um es nicht am Weg zum Bus kaufen zu müssen. Blöderweise war das um 10:21 entwertet und der Kontrolleur musste mir leider 103€ für Schwarzfahren abknöpfen. Mit ganz leicht blutendem Herzen gab ich ihm 103€ in kleinen Scheinen, die ich immer für Weltuntergangsnotfälle bei mir habe (Vielleicht war es auch einfach Reisegeld das ich mithatte).
Nach diesem kleinen Faux-Pas ging ich amüsiert über die Lektion, die mir das Leben erteilt hatte zum Bus, setzte mich in die zweite Reihe oben links und freute mich auf die 9-stündige Fahrt nach Berlin. Dort sollte dann um 23:50 der Bus nach Kopenhagen wegfahren. Ich las mein Buch, versuchte zu schlafen und wunderte mich zwischendurch, dass wir so lange nach Prag brauchten. Irgendwann waren wir dann mit einer Stunde Verspätung in Prag. Dort stiegen viele Leute aus und ich ergatterte die vordersten zwei Sitze links oben im Bus. Der Traum einer/s jeden BusreisendInnen! (Gelegentlich wird hier auch gegendert)
Rechts vorne oben im Bus saß ein blauhaariger Typ mit einem riesen PC neben sich. Der fragte mich (freundlich) warum ich eine Mjölnir-Halskette habe. Ich sagte ich studiere Skandinavistik und darf das. Er fand das cool und meinte, dass sein Vater Spezialist für Skandinavistik und Altgermanistik sei (für 100%es Zutreffen der Details kann ich nicht garantieren, schlechtes Gedächtnis!). Später stellte sich auch noch heraus, dass sein Vater aus der selben Stadt kommt wie ich. Egal wohin man fährt man trifft ja doch immer die Leute ausm selben Dorf (so jetzt im weitesten Sinne gemeint). Jedenfalls ist eine stundenlange Busfahrt wesentlich spannender, wenn man jemanden zum Reden hat!
Wir kamen eine Stunde zu spät in Berlin an, was für mich nur hieß, dass ich 50 Minuten auf den Anschlussbus warten musste, statt 1h 50. Im Bus ergatterte ich den letzten Fensterplatz und freute mich diebisch. Die diebische Freude verflüchtigte sich aber janz schnell (man beachte das berlinerische Schwinden des G zum J) als wir um 00:10 immer noch standen weil der Bus um ca 8 Leute überbucht war. Der Busfahrer fragte ob sich wer freiwillig in ein Hotel einquartieren lassen wolle um erst am nächsten Tag zu fahren. Die Menge der Freiwilligen im Bus um 00:10 war überwältigend.. gering. 10 Minuten später hieß es, wir müssten in einen größeren Bus wechseln.
Beim Umstieg rannten einige ganz gerissene Leute direkt zum neuen Bus ohne sich um ihr Gepäck zu kümmern. Als sie merkten, dass dieses nicht wie von Zauberhand in den neuen Bus apparierte, reservierten sie ihre "hart erkämpften" Plätze mit Jacken und stiegen wieder aus. Als die mitdenkenden Menschen dann einstiegen, wurden die meisten Fensterplätze bereits von aggressiven Kleidungsstücken bewacht. Ich setzte mich neben die Frau, die auch im anderen Bus neben mir gesessen war. Sie fragte erschrocken ob ich etwa wieder zum Fenster wollte (im ersten Bus hatte ich ja den Fensterplatz). Ich sah meine Chance, bestand auf meinem Recht auf Fenster und prügelte die Frau mit meinem Nackenkissen aus dem offensichtlich mir zustehenden Fensterplatz. Mit dieser Aktion hatte ich mich erfolgreich auf das Niveau der Jacken-reservier-Gang befördert. Sie akzeptierten mich als eine von ihnen und luden mich ein, mal mit ihnen um die Häuser zu ziehen.
Mit einer Stunde Verspätung fuhren wir los und mit einer Stunde Verspätung kamen wir in Kopenhagen an. 3,5h Zug- und 20 Minuten Autofahrt später waren wir da. Beziehungsweise standen wir da wo von der Schotterstraße der Waldweg zu Joukes Haus abzweigt. Da konnte man mit dem Auto nicht weiter, also nahm ich meinen Koffer und rumpelte damit die 5 Minuten zum Haus, während Jouke das Auto zu den Nachbarn zurückbrachte. 20 Minuten später kam Jouke angehumpelt. Der hat sich Anfang April beim Kampfsporttrainig das Bein so dermaßen verdreht, dass er jetzt immer noch mit Gehstock geht. Wenn er einen Zylinder hätte könnte er lustige Tanzeinlagen machen.
Zum Abendessen gab es Lamm, welches Jouke von den Nachbarn geschenkt bekommen hatte und dazu Süßkartoffelpommes. Der Geruch von Schaf verfolgte uns noch eine Weile, die nächsten Tage kam immer wieder die Zwischenfrage "Does this smell like lamb?".
Somit war ich angekommen und ziemlich fertig. Anreise erfolgreich!
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