Dann musste ich den Teig gehen lassen, dazu sang ich Let it go und weinte ein paar Abschiedstränen. Ich fasste mich aber schnell wieder, denn es gab Mittagessen. Zwischen Kartoffeln und Kohl mit Mayonnaise teilte mir mein Handy mit dem Erklingen des Sailor Moon Titellieds mit, dass der Teig lang genug gegangen war. Ich pappte ihn auf ein bemehltes Brett, knetete in nochmal und haute ihn in eine kleine Ofenform.
Lächerliche 3 Stunden später war das Brot mehr oder weniger fertig. Der Boden war noch etwas teigig, aber wir sind hart im Nehmen. Oder weich in dem Fall. Es schmeckte ziemlich in Ordnung. Supergut wäre übertrieben, es ist ja nichts drin als Wasser, Mehl, Hefe und ein bisschen Olivenöl.
Schon im Vorjahr erklärte mir Jouke, dass man in den Niederlanden Schokostreusel aufs Brot gibt. Nutella ist ihnen scheinbar zu mainstream. In Schweden gibts aber keine Brotschokostreusel, deswegen nahmen wir stattdessen Chocolate Chips. Ein zartschmelzendes Gedicht!
Dank der netten Frau beim ICA konnte ich ja bekanntermaßen ein Anti-Juckreiz-Mittel erstehen. Statt dem Gel hab ich mich aber aus irgendeinem Grund für die vertrauenerweckende Flüssigkeit im Glasfläschen entschieden. Das hilft auch gegen Juckreiz wie ich zuhause feststellte. Ich schätze es brennt einfach die betroffene Stelle weg. Dass es brennt stellte ich in dem Moment fest als ich vielzuviel in meine Hand leerte und damit großzügig meine Beine einschmierte. Die waren durch das viele Kratzen ein bisschen empfindlich und gingen gefühlsmäßig in Flammen auf. Ein weiteres Indiz für die zweifelhafte Zusammensetzung der Substanz fanden wir als Jouke bemerkte, dass das Zeug zwei fast weiße Stellen in dem dunkelbraunen Tisch hinterließ. Somit habe ich einen bleibenden Eindruck hinterlassen, was mich natürlich diebisch freut. Jouke bestimmt auch.
Auf Joukes Land liegen drei gefällte oder gefallene Bäume herum. Bzw lagen, wir haben sie nämlich zu Kleinholz verarbeitet. Erst durfte ich mit einer fetten Schere die Äste abzwicken, entblättern und in kleine Stöckchen schneiden. Die größeren wurden zersägt. Da die Bäume teilweise mitten in der Botanik lagen, waren sie nicht so leicht zu zerlegen, deswegen musste ich einige erst mit der Scheibtruhe auf die Wiese befördern oder in einem Fall warf ich einfach die Äste aus dem Dickicht auf den Weg. Für die Baumstämme brauchte Jouke eine Kettensäge. Er hatte auch drei Kettensägen, aber funktieren tat davon keine. Glücklicherweise konnte er sich noch eine ausborgen und zerlegte dann innerhalb von 2 Tagen alle vier Bäume mit einer Motivation und Freude die man sonst von Kindern kennt die ein riesengroßes Bällebad erblicken. Oder von einer stereotypen Manhattan Karrierfrau in einer Hollywoodfrauenkomödie, die einen Designeroutlet-Schlussverkauf entdeckt.
Während die Bäume der Säge zum Opfer fielen, stürzte ich mich mit meinem besten Freund der Scheibtruhe wieder ins Vergnügen und sammelte die Holzklötze aus dem Dickicht auf und machte daraus zwei Berge. Passend zu der harten Arbeit hörte ich den Soundtrack von Wicked und zwischen dem Werfen, Rollen und Heben von fetten Holzklötzen ließ ich mich zu stummen musikalischen und theatralischen Darbietungen hinreissen.
Nach der Beseitigung der Bäume und der halbverotteten Holzhaufen, war ein großer Teil der für mich relevanten Aufgaben erledigt. Da überlegte ich erstmals ob denn noch 2 Wochen im Wald wirklich soo spannend wären. Dazu mehr im nächsten Post. :)


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