Heute war ich (wieder) in Skansen, so wie damals mit Mutter (2012). Ich bin also zielstrebig dahin marschiert von wo die Boote nach Djurgården fahren (mit Umweg übers Tourismuszentrum weil ich meinen Stockholm-Card-Plan gestern vergessen hab. Auf einem Boot). Dort am Hafen stellte ich fest, dass das nächste Boot, welches auch auf Djurgården anlegt, erst um 14:32 geht (Es war 12:00). Hat mich ein bisschen gwundert, dass die vermutlich beliebteste Insel für Touristen nur so wenig angepeilt wird. Also dachte ich mir: Mei dann woat i hoid und such nach der Quelle der Wraps die jeder um mi herum grod verspeist. (Hab die Quelle später gefunden. Panzini International) Stattdessen fiel mein Blick auf eine Bim mit der Destination: Djurgården
Da kam dann plötzlich eine dunkle Erinnerung vom Vortag in mir hoch, da war ja eine Brücke auf die Insel unter der ich bei der Royal Canal Tour durchgefahren bin dann.. Das erklärte einiges! In der Bim sitzend wurde mir dann auch klar warum auf Djurgården Autos und Bims fahren und wieso die Boote nur so sporadisch dort anlegen.
Voller neuer Erkenntnisse stieg ich also (eine Station zu früh) aus und ging zum Skansen Haupteingang. Zielstrebig und noch zu 73% restorientiert vom letztem Mal ging ich zu dem Café am am Anfang der netten kleinen Straße. Dort zog ich mir erstmal die Schuhe aus, denn die zerfledderten Sandalen von Forever 21 hatten sich schon am Vortag als eher unpassendes Schuhwerk für Städtetouristen wie mich herausgestellt. Alternativ dazu hätte ich noch Billig-Converse von denen ich Blasen bekomme und meine Bergschuhe die mein fetziges Outfit aber in keinster Weise komplementieren. Da bleibt halt nur barfuß.
So ließ ich also möglichst unauffällig meine Schuhe im Rucksack verschwinden und stapfte bzw tänzelte los. Der Bodenbelag wechselte zwischen feinem Schotter, grobem Schotter, mittelgrobem Schotter, halbeingegrabenen Steinen und Asphalt. Das war für meine zarten Füße auch nicht das Wahre, da sie in der letzten Zeit immer verpackt waren um den heimtückischen Moskitos im Wald keine Angriffsfläche zu bieten.
Also tänzelte ich die nette kleine Straße hinunter, geriet völlig unfreiwillig in die nette kleine Bäckerei und musste mir ein picksüßes Gebäck andrehen lassen. Tragisch! Den Gewürzladen begutachtete ich erst nur durchs Türfenster denn die Arbeiterwohnung (ein Zimmer) im oberen Stock war wichtiger. Der Sohn deutscher Touristen der hinter mir die Stiege raufstieg merkte an, dass das hier ja wie bei Oma auskuckt. Mutter Tourist stimmte zu. In der guten stube saß eine Dame in Kleidung der damaligen Zeit (als Arbeiter mit 5 Kindern noch so wohnten wie die deutsche Oma heute).
Das schöne an Skansen ist, dass immer nette, kostümierte Menschen bereitstehen um neugierigen, interessierten Besuchern ihre Fragen zun beantworten. Blöderweise bin ich nicht der Typ Tourist der Fragen stellt, darum kam von mir immer nur ein knapp innerhalb des für Menschen hörbaren Lautstärkebereichs liegendes "Hej", ein freundliches, interessiertes Lächeln und der Rest war Schweigen. In den Blicken der netten Leute konnte ich sehen wie gern sie mir die vielen Fragen beantwortet hätten die ich nicht hatte. Deswegen schaute ich mich kurz um, hörte mir die paar kurzen Infos an, die mir von den netten Leuten gelegentlich gegeben wurden, und ging wieder. Zwischendurch versuchte ich möglichst unauffällig möglichst viele Dinge zu berühren, die mit VÄNLIGEN INTE RÖRA! beschildert waren.
Nach der netten kleinen Straße kam das 1930er Viertel in dessen Milchladen ich sogar zwei Alibifragen zum Knäckebrot stellte um den netten Leuten eine Freude zu machen. (Im Milchladen gibts ausser Milch auch Brot und Gebäck, so wies im Gewürzladen alles Essbare das man trocknen kann gibt) hinter den Läden gab es ein Wohnhaus vor dem ein netter Mann grade fetzige 30er-Musik im Plattenspieler anschmiss. Die Oma der halbschwedischen Familie die davor stand fand die Musik jättefint und fing gleich an ein bisschen zu shaken. Ich ging derweil ins Haus, begutachtete das Wohnzimmer in dem ebenfalls 30er Musik lief,ging weiter in die Küche wo eine nette Frau stand und Knödel kochte, ich schrie ihr wieder mein kleines Hej entgegen und ging ins nüchste Zimmer wo ein für die Zeit supermodernes Ottomansofa stand, bei genauwrem Hinsehen stellte ich fest, dass die Polster darauf das selbe Muster haben wie ein Teppich meiner Oma. In diesem Moment war ich noch der Meinung, dass das durchgestrichene Kamerasymbol am Eingang von jedem Haus bedeutete, dass man keine Fotos machen dürfte (Eigentlich darf man nur keinen Blitz verwenden, wie ich später feststellte). Also holte ich unauffällig mein Handy aus dem Ruckack, während die halbschwedische Familie geschickt die nette Frau ablenkte, und machte für die Beweisführung ein Foto von der Couch. (Oma, Mama und Tante konnten später bestätigen, dass das Muster tatsächlich gleich ist. Total verrückt!)
Die nächsten 3,5 Stunden besichtigte ich nette Höfe mit netten Leuten und netten Tapeten, schloss mich unauffällig bei Reisegruppen an die mit deutschem Akzent Englisch redeten (Sehnsucht nach der Muttersprache und so), zig irgendwann meine Schuhe wieder an weil das Herumgestakse doch sehr nervig war, gab mit meinen Schwedischskillz beim Herrn im Folkets Hus an, sah die grantige Wiener Familie vom Vortag wieder (ausser Wien is a Stockholm a Dorf), aß ein entzückendes, überteuertes Törtchen, sah einen Typ mit dem selben Deichkind T-Shirt, das ich als Pyjama mithabe, und erfuhr wie man aus Flachs sachen spinnt.
Um halb 4 war ich dann fertig (mit den Nerven und den Füßen) und begab mich wieder zum Ausgang. Vorher schaute ich noch kurz in der Glasbläserei vorbei, denn dort war es so schön warm und nett zum zuschauen. Dann ging ich zur Bim, fuhr damit eine Ehrenrunde auf Djurgården und kehrte zum Nybroplan zurück. Das ist der Hafen wo die Boote nach Djurgården abfahren.
Ich hatte ein bisschen Hunger, weil ich ausser dem Gebäck und dem entzückenden Törtchen noch nichts erlegt hatte. Ich pflanzte mich vor 7eleven hin und schmarotzte Wlan um irgendeine eher nicht so teure Essensgelegnheit zu ergooglen. Schmarotzend und sitzend erblickte ich plötzlich eine Frau die im Julkakendern (in Schweden gibt es im Advent einen Film in 24 Teilen den man sich im Fernsehen oder online ansehen kann, es gibt auch Radiokalender soweit ich weiß) die supervorsichtige Mutter gespielt hatte. Meine erste schwedische Celebrity Experience! Ich stellte mir vor wie ich sie frage ob sie die vom Julkalender sei (ohne ihren Namen zu wissen) und ob ich ein Foto mit ihr machen könne. Natürlich tat ich das nicht. Das würde ja erforden eine fremde Person anzusprechen was mir zutiefst widerstrebt. Also schmarotzte ich weiter bis ich ungefähr wusste wohin ich wollte, aß dann dort einen Burger und schneite am Heimweg völlig ungewollt in einen H&M rein. Dort wurde ich (von mir selbst) genötigt die selben Schuhe zu probieren die ich auch bei den drei H&Ms gestern probiert hatte und kaufte schließlich so ein Halsbanddings, dass ich in der Volkschule hatte und das jetzt wieder voll angesagt ist. Damit war der Tag draussen abgeschlossen.
Im Hostel schaute ich mir Megamind an, immer zwischen schwedischer und englischer Tonspur hin- und herwechselnd. Gegen halb 11 ging auf einmal der Feueralarm los, wir (ich und ein Australier der auch in meinem Zimmer wohnt) schauten auf den Gang, so wie alle anderen auch. Keiner wusste was los war. Da ich allein in Schweden 3 Bücher über radioaktive, biologische und hackerische(?) Terroranschläge auf Europa gelesen habe, warf ich geistesgegenwärtig alle wichtigen Sachen in meinen Rucksack, holte meine Schuhe unter dem Bett hervor und hielt mich bereit für eine spektakuläre Evakuierung. Eine Minute später war der Alarm aus und alles wieder ruhig. Etwas peinlich berührt, aber auch erleichtert, dass die Katastrophe abgewendet worden war, räumte ich mein iPad wieder aus dem Rucksack und schaute Youtubevideos.
Voller neuer Erkenntnisse stieg ich also (eine Station zu früh) aus und ging zum Skansen Haupteingang. Zielstrebig und noch zu 73% restorientiert vom letztem Mal ging ich zu dem Café am am Anfang der netten kleinen Straße. Dort zog ich mir erstmal die Schuhe aus, denn die zerfledderten Sandalen von Forever 21 hatten sich schon am Vortag als eher unpassendes Schuhwerk für Städtetouristen wie mich herausgestellt. Alternativ dazu hätte ich noch Billig-Converse von denen ich Blasen bekomme und meine Bergschuhe die mein fetziges Outfit aber in keinster Weise komplementieren. Da bleibt halt nur barfuß.
So ließ ich also möglichst unauffällig meine Schuhe im Rucksack verschwinden und stapfte bzw tänzelte los. Der Bodenbelag wechselte zwischen feinem Schotter, grobem Schotter, mittelgrobem Schotter, halbeingegrabenen Steinen und Asphalt. Das war für meine zarten Füße auch nicht das Wahre, da sie in der letzten Zeit immer verpackt waren um den heimtückischen Moskitos im Wald keine Angriffsfläche zu bieten.
Also tänzelte ich die nette kleine Straße hinunter, geriet völlig unfreiwillig in die nette kleine Bäckerei und musste mir ein picksüßes Gebäck andrehen lassen. Tragisch! Den Gewürzladen begutachtete ich erst nur durchs Türfenster denn die Arbeiterwohnung (ein Zimmer) im oberen Stock war wichtiger. Der Sohn deutscher Touristen der hinter mir die Stiege raufstieg merkte an, dass das hier ja wie bei Oma auskuckt. Mutter Tourist stimmte zu. In der guten stube saß eine Dame in Kleidung der damaligen Zeit (als Arbeiter mit 5 Kindern noch so wohnten wie die deutsche Oma heute).
Das schöne an Skansen ist, dass immer nette, kostümierte Menschen bereitstehen um neugierigen, interessierten Besuchern ihre Fragen zun beantworten. Blöderweise bin ich nicht der Typ Tourist der Fragen stellt, darum kam von mir immer nur ein knapp innerhalb des für Menschen hörbaren Lautstärkebereichs liegendes "Hej", ein freundliches, interessiertes Lächeln und der Rest war Schweigen. In den Blicken der netten Leute konnte ich sehen wie gern sie mir die vielen Fragen beantwortet hätten die ich nicht hatte. Deswegen schaute ich mich kurz um, hörte mir die paar kurzen Infos an, die mir von den netten Leuten gelegentlich gegeben wurden, und ging wieder. Zwischendurch versuchte ich möglichst unauffällig möglichst viele Dinge zu berühren, die mit VÄNLIGEN INTE RÖRA! beschildert waren.
Nach der netten kleinen Straße kam das 1930er Viertel in dessen Milchladen ich sogar zwei Alibifragen zum Knäckebrot stellte um den netten Leuten eine Freude zu machen. (Im Milchladen gibts ausser Milch auch Brot und Gebäck, so wies im Gewürzladen alles Essbare das man trocknen kann gibt) hinter den Läden gab es ein Wohnhaus vor dem ein netter Mann grade fetzige 30er-Musik im Plattenspieler anschmiss. Die Oma der halbschwedischen Familie die davor stand fand die Musik jättefint und fing gleich an ein bisschen zu shaken. Ich ging derweil ins Haus, begutachtete das Wohnzimmer in dem ebenfalls 30er Musik lief,ging weiter in die Küche wo eine nette Frau stand und Knödel kochte, ich schrie ihr wieder mein kleines Hej entgegen und ging ins nüchste Zimmer wo ein für die Zeit supermodernes Ottomansofa stand, bei genauwrem Hinsehen stellte ich fest, dass die Polster darauf das selbe Muster haben wie ein Teppich meiner Oma. In diesem Moment war ich noch der Meinung, dass das durchgestrichene Kamerasymbol am Eingang von jedem Haus bedeutete, dass man keine Fotos machen dürfte (Eigentlich darf man nur keinen Blitz verwenden, wie ich später feststellte). Also holte ich unauffällig mein Handy aus dem Ruckack, während die halbschwedische Familie geschickt die nette Frau ablenkte, und machte für die Beweisführung ein Foto von der Couch. (Oma, Mama und Tante konnten später bestätigen, dass das Muster tatsächlich gleich ist. Total verrückt!)
Die nächsten 3,5 Stunden besichtigte ich nette Höfe mit netten Leuten und netten Tapeten, schloss mich unauffällig bei Reisegruppen an die mit deutschem Akzent Englisch redeten (Sehnsucht nach der Muttersprache und so), zig irgendwann meine Schuhe wieder an weil das Herumgestakse doch sehr nervig war, gab mit meinen Schwedischskillz beim Herrn im Folkets Hus an, sah die grantige Wiener Familie vom Vortag wieder (ausser Wien is a Stockholm a Dorf), aß ein entzückendes, überteuertes Törtchen, sah einen Typ mit dem selben Deichkind T-Shirt, das ich als Pyjama mithabe, und erfuhr wie man aus Flachs sachen spinnt.
Um halb 4 war ich dann fertig (mit den Nerven und den Füßen) und begab mich wieder zum Ausgang. Vorher schaute ich noch kurz in der Glasbläserei vorbei, denn dort war es so schön warm und nett zum zuschauen. Dann ging ich zur Bim, fuhr damit eine Ehrenrunde auf Djurgården und kehrte zum Nybroplan zurück. Das ist der Hafen wo die Boote nach Djurgården abfahren.
Ich hatte ein bisschen Hunger, weil ich ausser dem Gebäck und dem entzückenden Törtchen noch nichts erlegt hatte. Ich pflanzte mich vor 7eleven hin und schmarotzte Wlan um irgendeine eher nicht so teure Essensgelegnheit zu ergooglen. Schmarotzend und sitzend erblickte ich plötzlich eine Frau die im Julkakendern (in Schweden gibt es im Advent einen Film in 24 Teilen den man sich im Fernsehen oder online ansehen kann, es gibt auch Radiokalender soweit ich weiß) die supervorsichtige Mutter gespielt hatte. Meine erste schwedische Celebrity Experience! Ich stellte mir vor wie ich sie frage ob sie die vom Julkalender sei (ohne ihren Namen zu wissen) und ob ich ein Foto mit ihr machen könne. Natürlich tat ich das nicht. Das würde ja erforden eine fremde Person anzusprechen was mir zutiefst widerstrebt. Also schmarotzte ich weiter bis ich ungefähr wusste wohin ich wollte, aß dann dort einen Burger und schneite am Heimweg völlig ungewollt in einen H&M rein. Dort wurde ich (von mir selbst) genötigt die selben Schuhe zu probieren die ich auch bei den drei H&Ms gestern probiert hatte und kaufte schließlich so ein Halsbanddings, dass ich in der Volkschule hatte und das jetzt wieder voll angesagt ist. Damit war der Tag draussen abgeschlossen.
Im Hostel schaute ich mir Megamind an, immer zwischen schwedischer und englischer Tonspur hin- und herwechselnd. Gegen halb 11 ging auf einmal der Feueralarm los, wir (ich und ein Australier der auch in meinem Zimmer wohnt) schauten auf den Gang, so wie alle anderen auch. Keiner wusste was los war. Da ich allein in Schweden 3 Bücher über radioaktive, biologische und hackerische(?) Terroranschläge auf Europa gelesen habe, warf ich geistesgegenwärtig alle wichtigen Sachen in meinen Rucksack, holte meine Schuhe unter dem Bett hervor und hielt mich bereit für eine spektakuläre Evakuierung. Eine Minute später war der Alarm aus und alles wieder ruhig. Etwas peinlich berührt, aber auch erleichtert, dass die Katastrophe abgewendet worden war, räumte ich mein iPad wieder aus dem Rucksack und schaute Youtubevideos.
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